Verwaltungen auf dem Weg in die digitale Transformation
Doch Verwaltungen haben sich auf den Weg der digitalen Transformation begeben: Knapp die Hälfte der Befragten setzt KI-Anwendungen ein – von automatisierter Dokumentenanalyse bis zu Chatbots im Bürgerservice. Die IT-Modernisierung wird in Form von digitalen Plattformen und Cloud vorangetrieben. Und erste IT-Großprojekte werden mit agilem Projektmanagement umgesetzt, wie die E-Gesetzgebung auf Bundesebene oder die Umsetzung des Digitalen Zwillings der Landeshauptstadt München auf kommunaler Ebene zeigen.
Digital fortschrittliche Verwaltungen eint zudem eine stärkere Anwendung agiler Vorgehensweisen. Sie besitzen darüber hinaus eine fachbereichsübergreifende Datenstrategie und verknüpfen diese mit klaren Sicherheits- und Datenschutzstandards, wodurch Vertrauen und Skalierbarkeit gewährleistet werden.
Digitale Verwaltung in Deutschland: Gleiche Herausforderungen, anderer Rahmen
Diese internationalen Ergebnisse decken sich weitestgehend mit unserer Erfahrung in der Verwaltung Deutschlands. Was sich unterscheidet, sind jedoch die Rahmenbedingungen für die Lösung der genannten Herausforderungen.
Deutsche Behörden modernisieren Prozesse, entwickeln Fachanwendungen neu und treiben Plattformlösungen voran. Erfahrung mit KI-Technologie wird gesammelt und mündet sogar in Teilen bereits in konkrete Anwendungen. Erste Mehrwerten werden in den Bereichen Effizienz und Bürgerservices erzielt. Allerdings bleiben die Herausforderungen groß.
So gilt es, ein Höchstmaß an Cybersecurity und Datenschutz zu gewährleisten. Parallel zu neuen Anwendungen muss also stets an der Sicherheit und dem Schutz der Daten gearbeitet werden. Sich ändernde internationale Rahmenbedingungen machen weiterhin deutlich, dass Behörden in Deutschland möglichst unabhängig aufgestellt sein sollten. Wo lassen sich Hyperscaler-Innovationen einsetzen, wo muss man sich digital souverän aufstellen? Diese Frage ist für die digitale Transformation der Verwaltungslandschaft erfolgskritisch. Sie betrifft Infrastrukturthemen wie die Migration in die souveräne Cloud – geht aber weit darüber hinaus.
Weiterhin erhöht das föderale System die Komplexität. Zuständigkeiten sind verteilt, IT-Landschaften fragmentiert, Datenräume oft isoliert. Es bedarf großer Anstrengungen in den Bereichen Koordination, Standardisierung und Kooperation. Maßgaben wie das Einer-für-alle-Prinzip – kurz: EfA – sorgen hier für Orientierung, wenn es um die Entwicklung von Lösungen für ähnliche Herausforderungen in allen 16 Bundesländern geht, Sie werden jedoch nicht konsequent verfolgt. Hoffnung macht der neue Umsetzungsansatz für die Digitalisierung der Verwaltung, den das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung gemeinsam mit den Ländern Bayern und Hessen vorgestellt hat. Er verspricht eine schnellere Flächendeckung von Online-Diensten – und am Ende sogar eine Blaupause für ganz Deutschland.