Die Ausgangssituation

Hohe Governance-Anforderungen treffen auf agile Entwicklung im Justizverbund 

Mit dem länderübergreifenden Entwicklungsprojekt „Gemeinsames Fachverfahren“ (GeFa) verfolgt der Verbund der Justizministerien das Ziel, eine zentrale Softwarelösung für rund 100.000 Nutzerinnen und Nutzer bereitzustellen. Das Programm erstreckt sich über 17 Ministerien, bindet mehrere Dienstleister ein und umfasst ein Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro.

Die zentrale Herausforderung bestand darin, ein Vorhaben dieser Größenordnung agil umzusetzen, ohne die etablierten Governance-, Steuerungs- und Kontrollmechanismen der öffentlichen Verwaltung zu gefährden. Gefordert war ein Ansatz, der Agilität, Steuerbarkeit und Verlässlichkeit nachhaltig miteinander verbindet.

„Mit CGI hat die Bayerische Justiz einen Partner, der agile Methoden mit unseren bestehenden Governance-Strukturen vereinen kann. Besonders positiv ist, wie CGI Agilität nicht als Gegensatz, sondern als Ergänzung zu Governance versteht und dabei Struktur und Flexibilität schafft. Wir sehen konkrete Fortschritte: schnellere Entscheidungen, mehr Transparenz und stabile Prozesse trotz agiler Dynamik.“

Dr. Andreas Ringshandl, Gesamtprogrammleiter GeFa, Bayerische Justiz

Professionelle Abstimmungssituation mit mehreren Personen als Symbol für koordinierte Steuerung, Zusammenarbeit und agile Governance in einem komplexen Justiz-Großprojekt.

Das Vorgehen

Etablierung einer agilen Governance innerhalb bestehender Justizstrukturen

CGI übernahm im GeFa-Programm eine zentrale Rolle in der Governance und Steuerung. Kern des Ansatzes war die agile Transformation des Softwareentwicklungsprogramms nach dem SAFe Framework, ausgerichtet auf die spezifischen Anforderungen eines länderübergreifenden Justiz-Großprojekts.

Darauf aufbauend entwickelte und etablierte CGI ein agiles Governance-Modell, das bestehende ministerielle Strukturen gezielt integrierte. Die Governance wurde mit dem Program Management Office sowie einem Agile Competence Center gebündelt. CGI steuerte und koordinierte dabei ein hochkomplexes, skaliertes Umfeld mit rund 270 Mitarbeitenden aus vier Dienstleistern und sorgte für klare Entscheidungswege, Transparenz und eine belastbare Kommunikationsstruktur.

Agilität wurde dabei konsequent als Ergänzung zur Governance verstanden – nicht als Gegenmodell.

Die Ergebnisse

Steuerbarkeit, Transparenz und Entscheidungsfähigkeit im agilen Großprogramm

Die etablierte agile Governance ermöglichte es dem Programm, schneller auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und Business Agility auch unter VUCA-Bedingungen umzusetzen. Entscheidungsprozesse wurden beschleunigt, die Transparenz erhöht und stabile Prozesse trotz agiler Dynamik sichergestellt.

Ein teilautomatisiertes Budgetcontrolling nach agilen Aspekten verband Flexibilität mit Kostensicherheit. Gleichzeitig entstand ein agiles Vorbild für weitere Projekte innerhalb der beteiligten Ministerien. Die Kombination aus Governance, agilen Rollen und gezielter Qualifizierung schuf einen nachhaltigen Reifegrad für agile Großprogramme im öffentlichen Sektor.

Professionelle Einzelperson mit Tablet in moderner Umgebung als Symbol für Entscheidungsfähigkeit, Überblick und stabile Steuerung in einem agilen Justiz-Großprogramm.