Wie gelingt es, technische Innovation und Menschen zusammenzubringen? In dieser Folge von Klartext – dem Karriere-Podcast von CGI spricht Executive Consultant Dominik über seinen Weg in die IT, seine Leidenschaft für DevOps, Automatisierung und Künstliche Intelligenz sowie seine Erfahrungen mit Change Management nach dem Merger von Novatec zu CGI.
Dominik erklärt, warum erfolgreiche Digitalisierung mehr braucht als moderne Technologien, wie KI Entwicklungsteams unterstützen kann und weshalb Kommunikation, Wissenstransfer und Empathie entscheidend für nachhaltige Veränderungen sind. Außerdem gibt er persönliche Einblicke in seinen Karriereweg, aktuelle KI-Projekte und verrät im Klartext-Check, welche Arbeitsweisen und Technologien ihn heute antreiben.
Zum Nachlesen: das vollständige Gespräch mit Sprecherwechsel. Das Transkript wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
- Begrüßung [00:26 – 03:02]
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Dana: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Klartext, dem Karriere-Podcast von CGI. Ich bin Dana und habe wie immer mit dabei meine liebe Kollegin Valeria.
Hi Valeria, wie geht's dir? Und erzähl mal, wie war dein Tag bisher?
Valeria: Hallöchen, hallo zusammen, hallo Dana. Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Schön, dass wir uns heute wieder zu einer weiteren Aufnahme hören.
Mir geht's ganz gut. Der Tag ist ja gerade noch frisch in den Startlöchern. Ich hatte aber schon ein größeres Windows-Update kurz vor der Aufnahme.
Deswegen bin ich froh, dass ich hier jetzt rechtzeitig sitze und wir aufnehmen. Ja, heute haben wir wieder eine super spannende Aufnahme vor uns, denn wir sprechen mit jemandem, der Technik nicht nur versteht, sondern auch richtig lebt.
Dana: Ja, absolut.
Unser heutiger Gast ist jemand, der, Achtung, ich hoffe, dass ich die Begriffe richtig sage, der bei den Begriffen wie Containerisierung, Infrastructure as Code oder CICD Pipelines nicht zusammenzuckt, sondern eher aufblüht. Er beschreibt sich selbst als Technik-Nerd, den vor allem eins antreibt, Menschen zu befähigen und seelos aufzubrechen. Und das allein klingt schon, wie ich finde, sehr vielversprechend, oder nicht, Valeria?
Valeria: Ja, absolut.
Die Rede ist von unserem Kollegen Dominik. Er ist Executive Consultant, Trainer und Coach bei CGI. Er unterstützt unsere Entwicklungsteams dabei, ihren gesamten Application Lifecycle kontinuierlich zu verbessern, von der Planung bis zum Monitoring.
Und sein Fokus liegt dabei auf pragmatischen DevOps, sicherer Automatisierung und Cloud-Native-Ansätzen. Viele Fachbegriffe.
Dana: Ja, auf jeden Fall.
Exakt, Valeria. Und gleichzeitig, das war ja noch nicht alles, gleichzeitig ist Dominik aber auch jemand, der über die Technik hinausdenkt. Für ihn ist es auch wichtig, was es braucht, damit neue Technologien nicht nur eingeführt, sondern auch verstanden und gelebt werden.
Er stellt sich die Frage, wie gelingt denn eigentlich Veränderung wirklich? Denn, Achtung, auch Change Management ist für ihn ein Herzensthema. Und das begleitet ihn nicht nur für seinen Arbeitsalltag, sondern auch persönlich. Denn Dominik hat vor nicht allzu langer Zeit eine große Veränderung selbst erlebt, durch den Merger von Novatec zu CGI.
Valeria: Ganz genau. Deshalb wollen wir heute mit ihm darüber sprechen, wie man technische Innovation mit kulturellem Wandel verbindet, welche Rolle Wissensvermittlung dabei spielt und warum gute Automatisierung am Ende auch immer ein Stück Teamarbeit ist. Also, in dieser Folge sprechen wir Klartext über DevOps, KI, Change und die Kunst, Wissen wirklich weiterzugeben.
Herzlich willkommen, Dominik.
- Wie Dominik seinen Weg in die Tech-Welt gefunden hat [03:03 – 08:27]
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Dominik: Ja, hallo. Vielen, vielen Dank für die Einladung.
Heute wird es hoffentlich nicht ganz so viel Buzzword-Bingo. Ihr habt es schon ganz viel genannt, aber ich freue mich auf das Gespräch.
Dana: Sehr schön, Dominik.
Wir freuen uns auch. Danke, dass du heute bei uns bist und ja, mal gucken, wie es mit dem Buzzword-Bingo so weitergeht. Lass uns doch direkt mal starten, denn die Liste an Fragen, die Valeria und ich heute an dich haben, die ist natürlich lang.
Magst du uns und unsere Zuhörerinnen und Zuhörer zu Beginn einfach mal mitnehmen? Wie bist du eigentlich in die Tech-Welt gekommen? War das von Anfang an so dein Plan oder ist das eher so passiert?
Dominik: Naja, ich würde sagen, es ist so passiert. Als Kind der 90er war es irgendwo naheliegend, den Umbruch der technologischen Revolution so ein bisschen mitzumachen. Als Jugendlicher sehr viel mit Konsolen und PC unterwegs gewesen.
Aber ich hatte mir eigentlich nie ausgemalt, wirklich mal in dieser Branche zu arbeiten und hatte eigentlich einen ganz anderen Plan. Ich wollte eigentlich zur Bundeswehr beziehungsweise zur Polizei. Glücklicherweise muss ich gestehen, ist das dann nicht so gekommen.
Nach meinem Wehrdienst bin ich dann studieren gegangen, habe durch einen Anrat von einem Freund das Medieninformatikstudium begonnen und so bin ich dann in dieser Nische, sage ich mal, zu der Zeit gelandet und bin jetzt ganz froh, dass das so passiert ist. Und habe dann während des Studiums angefangen, wie man das damals so gemacht hat, mit WordPress und Typo3, mir mein Studium zu finanzieren. Das waren so meine ersten Kontaktpunkte, wirklich auch zur Softwareentwicklung.
Und da habe ich schon ganz, ganz viele Probleme gesehen und wollte wirklich Mehrwert generieren, weswegen ich dann relativ schnell auf den Trichter gekommen bin, mich mit Automatisierung zu beschäftigen, weil ich es irgendwie so ein bisschen doof fand, Sachen zu machen, was tausende andere Leute schon gelöst haben und diese Probleme immer noch mal von Neuem aufzurollen. Ja, verstehe ich. Ja, genau.
Valeria: Okay, gab es denn auf dem Weg auch Momente, in denen du gemerkt hast, okay, das ist hier wirklich alles ein bisschen herausfordernder, als ich dachte? Oder irgendwelche Hürden, die du überwinden musstest? Typische Lernkurven, die dich geprägt haben? Erzähl doch mal.
Dominik: Auch das definitiv. Also, wie gesagt, ich habe mit Typo3 und WordPress angefangen.
Da war ich noch sehr, sehr frisch. Nach dem Studium ging es dann weiter mit der mobilen Appentwicklung, also iOS und Android. Und da, ja, muss ich halt einfach sagen, ich bin mir da immer mehr vorgekommen wie so ein Pixelschubser, weil wir immer die Probleme hatten, diverseste Auflösungen zu unterstützen.
Und das war eigentlich was, was ich mir so nicht angedacht hätte, dass das so passiert. Und war letztendlich auch sehr frustrierend, weil man hatte supertolle Ideen, irgendwie Applikationen, die wirklichen Mehrwert liefern sollten. Aber irgendwie 80 Prozent der Zeit haben wir damit verbracht, Pixel zu schubsen.
Und dass das Ganze auch irgendwie toll und fancy ausgesehen hat. Und das war nicht so erfüllend. Also, das hätte ich mir ganz, ganz anders vorgestellt.
Und auch da war wieder der Punkt, viele Leute haben diese Probleme an anderen Stellen schon gelöst. Und ich habe dann in meinem Kämmerchen gesessen und habe das Ganze nochmal gemacht, was ich sehr, sehr doof fand. Und habe dann angefangen zu sagen, okay, vielleicht ist einfach Frontend nichts für mich.
Und habe mich dann so ein bisschen mehr in Richtung Backend weiterentwickelt. Aber da war es nicht viel besser. Da waren die Probleme halt andere.
Aber ja, man konnte es nicht direkt sehen. Aber ja, auch da sind sehr viele Sachen, die immer und wieder gemacht werden. Und gerade diese kontinuierliche Prozesslandschaft, die man da mitnehmen musste, hat mich dann relativ schnell auf das Thema Automatisierung und CICD gebracht.
Also Continuous Integration und Continuous Delivery oder Deployment. Was letztendlich ja jede Applikation irgendwie durchmachen muss. Und ja, so bin ich dann in diesem Bereich gelandet.
Dana: Also das klingt auf jeden Fall danach, als wärst du jemand, der den Status Quo nicht einfach so hinnimmt, sondern der tatsächlich auch die Züge selbst in die Hand nehmen möchte. Was war denn da so der Knack-Moment, an dem du gesagt hast, nee, Leute, also das muss man jetzt mal anders machen. Geht mal, ich automatisiere das jetzt mal.
Dominik: Das war bei meinem ersten Arbeitgeber. Da hatten wir die Herausforderung, dass es noch nicht mal auf Applikationsebene diese Probleme gab, sondern es fing schon eine Stufe davor an, dass jeder Entwickler in seiner Entwicklungsumgebung auf seiner eigenen Maschine diverse Versionen von Softwareprodukten hatte. Und ja, wir hatten dann nicht nur einmal das Szenario, dass jemand sagte, ja, auf meiner Maschine läuft das super, aber halt bei den anderen nicht.
Und ja, da habe ich mich dann angefangen, zu den Zeiten noch, mit Hilfe von Raytrand und VirtualBox das Ganze in einer virtuellen Maschine aufzubauen, sodass wir alle identische Entwicklungsmaschinen hatten und da arbeiten konnten. Und da fing das bei mir an, ja, Spaß zu machen und hat direkt mein Interesse geweckt.
- Wissen vermitteln und Veränderungen erfolgreich begleiten [08:28 – 12:13]
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Valeria: Sehr schön. Wir hatten eingangs erwähnt, dass du ja auch als Trainer und Coach unterwegs bist. Erzähl doch mal, was machst du da genau und wie vermittelst du dein Wissen?
Dominik: Trainer und Coach ist immer ein sehr, sehr großer Begriff.
Da kann man sich sehr viel darunter vorstellen. Aber um das so ein bisschen greifbar zu machen. Also gerade gestern hatten wir auch wieder im Rahmen der Heise Academy ein Webinar.
Das ist eine größere Webinarserie von vier Teilen, wo wir Teilnehmern einen großen Überblick geben und so ein bisschen enablen, was das Thema DevSecOps angeht. Jetzt sogar mit Schwerpunkt KI. Also wie kann ich KI-Systeme in diese ganze DevOps-Landschaft integrieren? Da ist es mehr Frontbeschallung, also eine Folienschlacht, würde ich sagen, wo einfach sehr viel Wissen transferiert wird.
Aber wenn wir wirklich mehr auf technologischer Ebene unterwegs sind, kann man sich das halt wirklich mehr Hands-on vorstellen. Das heißt, wir haben kleinere Gruppen, wo wir tatsächlich Übungen zusammen durchgehen, Fragen klären können und die Leute sozusagen befähigen mit verschiedenen Technologien, sei das Containertechnologie, sei das irgendwelche Infrastrukturgeschichten in der Cloud, da die Leute einfach befähigen, mit der Technologie ins Rennen zu kommen, also im Prinzip die Eintrittshürde ziemlich gering zu halten. Auf der anderen Seite haben wir halt wirklich auch Trainings, die eher auf Mindset-Ebene sind.
Da sind es mehr Gespräche, Diskussionen, wo man einfach die Leute auch abholt und da wirklich so eine andere Perspektive vermittelt, weil ich sagen würde, das ist sogar viel wichtiger wie die Technologie. Ja, das stimmt. Die Menschen muss man auf jeden Fall immer da abholen, wo sie stehen.
Valeria: Das kann ich bestätigen. Dana hat vorhin ja bereits erwähnt, dass das Thema Change Management auch ein Herzensthema von dir ist. Du hast in deiner bisherigen Laufbahn Veränderungen aber auch nicht nur technisch begleitet.
Lass uns da mal reinsehen. Verrate uns doch mal, was macht denn für dich gutes Change Management aus?
Dominik: Ja, auch das ist eine sehr, sehr gute Frage, weil normalerweise wird hier dann immer mit diversen Frameworks um sich geworfen, was das beste Framework ist, um einen Change irgendwie voranzutreiben.
Dana: Kein Buzzword-Bingo mehr heute, ne? Stimmt.
Dominik: Deswegen, da gibt es auch nicht das Framework, was ich jetzt nennen möchte, sondern letztendlich ist der größte Mehrwert aus Gesprächen heraus. Und das ist für mich auch im Change Management einfach der Punkt, dass man in die Kommunikation geht, dass man mit Leuten redet, dass man auch mal – ich bin Informatiker und sehr, sehr analytisch unterwegs, aber das heißt nicht, dass man keine Empathie zeigen darf. Und die finde ich hier ganz, ganz wichtig, weil gerade bei einem Change einfach auch Befindlichkeiten, die oftmals gar nicht rational sind, sie sind aber real und die muss man halt einfangen.
Und gerade in einem größeren Change muss man damit umgehen können, die Leute abholen, transparent sein, was der Change alles mit sich bringt. Weil nur dann kann man gemeinschaftlich dieses Ziel auch erreichen. Also jeder Change hat ja ein Ziel, auf das wir hinarbeiten.
Und da müssen wir sukzessive die Menschen mitnehmen. Und da hilft das beste Framework nicht. Also ja, das kann man als Rahmenwerk mit dazu ziehen.
Auch wieder aus Transparenzgründen, dass man den Leuten sagt, wie der Change in der Theorie laufen würde. Aber wir wissen alle, ein Plan ist nur so gut, bis er auf die Realität trifft. Und dann sind halt Gespräche einfach das A und O.
- Der Merger zu CGI – wenn Chang plötzlich persönlich wird [12:14 – 18:52]
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Dana: Wie war das denn für dich? Ich habe es ja vorhin schon erwähnt. Du bist über einen Merger zu CGI gekommen, von Novatec zu CGI und warst dadurch ja auch selbst dann plötzlich Teil eines Changes. Wie hast du das denn so für dich wahrgenommen? Plötzlich auf der anderen Seite zu stehen, ja? Nicht jemandem zu beraten oder Tipps zu geben oder Frameworks anzuwenden, wenn es um das Thema Change Management geht, sondern selbst Teil dieses Changes zu sein.
War das für dich eine Herausforderung oder hast du gesagt, ah, kenne ich eh schon alles aus der Theorie, wird schon klappen, nimmt mich nicht so mit? Oder wie hat sich das für dich angefühlt?
Dominik: Schwierige Frage. Von allem ein wenig. Also natürlich, viele Sachen kannte ich, das hat mir natürlich da auch irgendwo geholfen.
Aber wenn man selbst betroffen ist, ist es natürlich wieder eine ganz andere Geschichte, als wenn man als neutraler Berater seinen Senf dazugeben kann. Und auch da ist es so, natürlich kamen bei mir da ganz, ganz viele Befindlichkeiten hoch, mit denen ich mich auseinandersetzen musste. Und es ist einfach ein Prozess.
Und ich würde sagen, der ist am Anfang am schwersten, gerade wenn es ein Change ist, den man nicht selbst getriggert hat. Wenn man dann auf einmal erfährt, ja, wir werden übernommen und das wird unser Ziel sein. Und man hat natürlich selbst auch ganz viele Ziele, die vielleicht damit nicht mehr einhergehen oder die sich in irgendeiner Art und Weise verändern werden.
Und das ist am Anfang schwer.
Dana: Und da läuft man dann sehenden Auges ins Tal der Tränen rein.
Dominik: Definitiv.
Und ich würde sagen, aber auch da kann man wieder positive Sachen rausziehen, weil ich vermute, dass jede Beratung, was Change Management in der Zukunft angeht, bin ich wieder sensibilisiert, weil es erdet einen nochmal. Bei ganz vielen Befindlichkeiten, die man vielleicht vorher auch so ein bisschen lapidar abgetan hat, aus eigener Perspektive, sieht man jetzt wieder mit ganz anderen Augen. Und für das Empathieempfinden sehr, sehr wertvoll.
Für mich in der Situation vielleicht nicht ganz so wertvoll. Aber ja, wie du sagst, da war halt tatsächlich das Tal der Tränen schon da. Und aber auch da kann man sehr, sehr viel rausnehmen, weil jeder Change hat negative wie auch positive Seiten.
Man muss sie halt nur herausfinden und für sich dann auch in die richtige Form bringen.
Dana: Ja, seine Energie dann auch wieder in die richtige Richtung lenken, um einfach das Positive draus mitzunehmen. Du bist ja auch nicht alleine gewechselt, sondern es sind ja ganz viele andere Kolleginnen und Kollegen mit dir gewechselt.
Dann war das sicherlich auch ein Stück weit, ich will nicht sagen, entspannter.
Valeria: Ein kollegiales Tal der Tränen.
Dana: Ja, ein soziales Mitmergern.
Dominik: Definitiv, gerade weil halt da auch viele der Befindlichkeiten vermehrt aufkamen und man sich einfach austauschen konnte. Also die soziale Struktur, die man mitnimmt, das ist natürlich auch so ein bisschen eine Komfortzone, weil die kennt man. Und das ist wie ein doppelter Boden.
Das fängt ein wenig auf und hilft enorm. Also von der Warte her ist es bei einem Merger, glaube ich, nicht so hart, wie wenn jetzt für einen wirklich komplett alles sich verändert. Aber irgendwie auch nur so ein kleines Trostpflaster.
Mit vielen Themen muss man sich halt selbst auseinandersetzen. Da hat jeder seine eigene Perspektive und das kann man nur mit sich selbst ausfechten.
Dana: Ja, wo stehst du denn jetzt? Es sind ja seitdem einige Monate vergangen.
In welcher Phase bist du denn jetzt?
Dominik: Ja, ich würde behaupten, die Tränen sind ein bisschen getrocknet. Ich konnte sie weglöschen und bin mittlerweile in einer sehr, sehr stabilen Phase angelangt und habe für mich auch die ganzen positiven Aspekte rausgenommen. Und da muss ich jetzt ein bisschen weiter ausholen.
Früher bei People Lead, das ist eine Art Gruppenleiter. Ich hatte da eine Teamverantwortung in den Bestzeiten von knapp zehn Personen. Und diese Personalverantwortung wurde mir jetzt im Prinzip im Rahmen des Mergers „weggenommen“, wenn man es jetzt mal böse sagen möchte.
Was sich in dem Fall für mich tatsächlich so angefühlt hat. Ich habe mich so einen Moment als ob ich degradiert worden wäre gefühlt. Was aber jetzt, nachdem ich durch das Tal der Tränen durch bin, halt eine ganz andere Perspektive ist, weil genau dieses „Wegnehmen“ von Verantwortlichkeiten mir natürlich Raum gibt für andere Fokuspunkte.
Was mich sehr schön zu dem Thema KI bringt, weil so wie ich mich da derzeit mit auseinandersetze, hätte ich das vor einem halben Jahr nicht machen können, weil ich dafür nicht die Kapazitäten gehabt hätte.
Dana: Das ist aber auch eine schöne neue Entwicklung. Was sind das noch für Themen, die du aktuell betreust, neben dem KI-Thema?
Dominik: Das ist ein ganz spannendes Thema.
Neben dem KI bin ich jetzt auch Teil des Betriebsrats. Die Novatec hatte damals gar keinen Betriebsrat. Da war ich Teil unseres Feelgood-Managements, was auch in dieselbe Richtung geht.
Da ist es halt auch so, momentan als neues Mitglied im Betriebsrat habe ich auch ganz viele Schulungen, um mich da wirklich auch auf Gesetzesgrundlagen berufen zu können. Ganz viele Gesetze, die ich wälzen muss. Da hätte ich vorher auch gar nicht die Zeit dafür gehabt.
Und das ist ein großer Punkt, den ich momentan füllen darf. Und halt das ganze KI-Thema. Das ist halt enorm.
Da würde ich mit einer ganzen Stelle, die sich nur mit Research für KI-Themen auseinandersetzt, schon gar nicht hinkommen. Weil da kommt jeden Tag irgendwo etwas Neues. Allein wenn man sich die Produktlandschaft anschaut und da eine fundierte Meinung dazu abgeben möchte oder Empfehlungen, dann würde man den ganzen Tag nichts anderes machen.
Das sind so die zwei größten Themen, die ich momentan betreue.
- KI als Unterstützung für Teams und Dominiks private Nerd-Projekte [18:53 – 25:36]
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Dana: Was ist denn aus den alten Themen geworden? DevOps, Automatisierung, Security. Ist das immer noch Bestandteil deines täglichen Arbeitens?
Dominik: Definitiv.
Nur, dass ich halt hier tatsächlich mehr die KI-Brille anziehe. Das ist halt ein Punkt, der einfach gar nicht gewachsen ist. Automatisierung ist das Thema, wenn es um KI geht.
Und da sind natürlich die ganzen Pipeline-Systeme, die ganzen Security-Systeme natürlich auch davon betroffen. Und in den letzten Jahren durfte ich da alles, was Usus ist, so ein bisschen in die Lande treiben, beim Kunden anwenden. Und heute ist es dann tatsächlich so, dass diese Konstante, die wir in dieser Entwicklung hatten, dass wir die mit der Innovation KI neu denken dürfen und da ganz viele interessante Perspektiven dazukommen, was man machen könnte.
Gerade wenn wir sehen, dass in den vergangenen Jahren und wahrscheinlich wird es in der Zukunft genauso sein, wir hatten oft chronisch unterbesetzte Teams. Noch nicht mal von der Man- oder Woman-Power, sondern tatsächlich auch vom Know-how. Dann hatten wir eine Team-Konstellation, wo Skillset X oder Y gefehlt hat, um wirklich effizient und gut zu funktionieren.
Und da ist KI so ein schöner Katalysator, weil da können wir genau solche Schwachstellen mal böse gesagt kompensieren, indem wir das Team einfach in irgendeiner Art und Weise im KI-System zur Seite stellen, das wirklich den Menschen unterstützt. Das ist mir immer ganz wichtig zu sagen. Wir wollen mit KI niemanden ersetzen.
Das wird bei der einen oder anderen Tätigkeit passieren. So ehrlich müssen wir auch sein. Aber letztendlich soll KI den Menschen befähigen, effizienter zu werden und den Menschen unterstützen.
Und das ist mir da ein ganz, ganz wichtiger Punkt, dass wir mit diesen ganzen KI-Innovationen da die Teams unterstützen können.
Dana: Also von einem Change zum nächsten Change. Change bleibt also ein Dauerzustand, nehme ich mal an.
Aber es ist ja auch ganz gut. Es hält so das eigene Denken sehr flexibel, finde ich prima.
Valeria: Als eingangs geouteter Tech-Nerd bastelst du ja sicher auch privat an so einigen Projekten. Da ist KI ja sicher auch ein Thema, denke ich mal. Was war dein letztes Nerd-Projekt? Erzähl mal.
Dominik: Mein letztes Nerd-Projekt. Ich habe immer so ein paar parallel laufen. Ich habe mir eine Film- und Rezeptempfehlung gebaut.
Ein Chatbot, der mir bei der Wahl, was esse ich und was kann ich den Abend schauen, unter die Arme greift. Weil ich irgendwie nach einem langen Arbeitstag oft diesen Struggle habe, nicht zu wissen, was könnte ich jetzt kochen. Den kenne ich, den Struggle.
Der ist wirklich real. Da ist man irgendwie so ein bisschen Instagram versaut, dass man sagt, ich habe da bei Instagram in meinen Reels irgend so ein Rezept, das ich mal gerne ausprobieren würde. Und die Sachen hat man dann so ein bisschen im Hinterkopf.
Aber man hat nicht das ganze Rezept präsent. Und so habe ich mir was gebaut, wo ich im Prinzip einfach den Instagram-Link in den Chatbot packe. Der schaut sich das Video an, schaut sich die ganze Beschreibung an und extrahiert mir die Daten, die ich benötige für ein Rezept und überträgt mir das in mein Notion, was so mein zweites Gehirn ist.
Und dann kann ich sagen, ich habe ja gesehen, da gab es den Nudelauflauf XY. Dann schaue ich kurz in Notion und bekomme mein Rezept mit Zutaten etc. direkt angezeigt und kann das Ganze über den Chatbot gleich auch mit meinem Fitnesstraining optimieren und kann sagen, okay, ich bräuchte viel Eiweiß.
Was wäre denn jetzt so das, was ich zu Hause habe und was ich jetzt gut kochen kann?
Dana: Oder ich habe gestern mit dem Rezept über die Stränge geschlagen. Wie viel Sport muss ich heute machen?
Dominik: Zum Beispiel. Und das, wenn ich mich ernähren muss, was ja irgendwie täglich so der Fall ist.
Und auf der anderen Seite habe ich dasselbe bei Filmen. Wir haben so viele Plattformen, wo wir uns eigentlich nonstop berieseln lassen könnten. Und da weiß ich nie, was ist denn jetzt gut? Was kann ich dann angucken? Was habe ich denn schon gesehen? Und da kann ich dann auch immer fragen, was wurde denn auf den ganzen Plattformen jetzt neu released in Kategorie Crime und geht vielleicht nicht länger wie 1 Stunde 20, weil ich nicht mehr Zeit habe.
Und dann bekomme ich eine schöne Auflistung mit einem Rating von IMDb und Rotten Tomatoes. Und dann weiß ich genau, okay, die Community sagt, das ist gut. Da kann ich doch auch mal reinschauen.
Und so nehme ich mir einfach diesen mentalen Overload, mir da auch noch Gedanken darüber zu machen. Und es war halt auch einfach spannend, mal zu schauen, wie die KI-Systeme da performen. Und ja, so spiele ich dann auch privat noch ein bisschen mit diesen Systemen herum.
Valeria: Sehr schön. Also es hört sich auf jeden Fall cool an. Ich bin eigentlich immer so ein bisschen so ein KI-Skeptiker.
Das war das Wort, das ich gesucht habe. Aber dafür, also das ist auf jeden Fall eine coole Sache. Das bräuchte ich auf jeden Fall auch.
Sowohl, wie gesagt, beim Kochen als auch bei Filmen. Dann kann es nämlich schon mal Stunden dauern, bis man überhaupt was ausgewählt hat. Schön.
Dann lass uns doch jetzt mal einen Blick in die Vergangenheit werfen. Wenn du deinem jüngeren Ich heute etwas mitgeben würdest, was wäre das denn?
Dominik: Weniger Selbstkritik. Ich habe sehr, sehr oft, also als Informatiker würde ich jetzt einfach mal sagen, bediene ich den Stereotyp, dass ich ein Kopfmensch bin.
Ich gehe sehr analytisch an Sachen ran, was für mich selbst auch oft dann schwierig ist, weil man Sachen zerdenkt und sich dann selbst sehr kritisch betrachtet. Und mit der heutigen Brille würde ich behaupten, an vielen Stellen hätte ich das gar nicht sein müssen. Und das hätte mir wahrscheinlich das ein oder andere graue Haar heute nicht beschert, wenn ich da einfach lockerer durchgegangen wäre.
Von daher wäre der Tipp weniger Selbstkritik. Ist ein schmaler Grad, aber hier lerne ich lieber aus der Selbstreflexion danach, wie mir vornherein schon irgendwie eine Brokade zu bauen.
Valeria: Ja, wie sagt man? Man wird älter und weiser.
Dominik: Oh ja, schneller als einem lieb ist.
- Klartext-Check und Verabschiedung [25:36 – 30:30]
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Dana: Ja, wenn man tatsächlich diese Ratschläge auch an sein jüngeres Ich mal weitergeben könnte. Schade, dass das immer nicht so geht.
Danke dir für deine Offenheit, Dominik. Also auf jeden Fall sehr spannend. Lass uns jetzt doch zum Schluss noch einen kleinen und jetzt kommt unser Lieblingsmoment immer in den einzelnen Podcast-Folgen: den Klartext-Check machen.
Und ich würde dich einfach bitten, antworte mal so spontan wie möglich. Ja, ob eher das eine oder das andere auf dich zutrifft. Ich stelle dir so ein paar entweder oder Fragen und bin ganz gespannt auf deine Antworten.
Kann's losgehen?
Dominik: Sehr gerne.
Dana: Ich hoffe, sie sind heute nicht zu schwer. Also KI sofort testen oder erst Regeln festlegen? Was würdest du sagen?
Dominik: Berater-Antwort. Das kommt drauf an. Testen, testen, definitiv testen. Ja, okay, cool.
Dana: Sehr schön. Dann noch eine. Pass auf. Remote oder vor Ort? Wo bist du lieber?
Dominik: Jetzt hast du dir Fragen ausgesucht. Das kommt auch drauf an. Kombination aus beidem.
Dana: Wie machst du es? Wie handhabst du es?
Dominik: Momentan bin ich sogar sehr viel im Büro. Gerade durch diesen großen Change. Es gibt ganz viele neue Personen, neue Gesichter, wo ich sage, da fehlt mir einfach was, wenn ich die nur remote kennenlerne.
Und um da initial halt auf einen sehr guten Stand zu kommen, finde ich sehr wichtig, vor Ort zu sein. Und gerade im Kundengeschäft ist es halt auch immer so ein Ding. Initial sehr viel beim Kunden, dann mehr remote.
Kommt natürlich auch immer drauf an, wo der Kunde ansässig ist. Aber ja, ich glaube, da macht es die Mischung. Da gibt es kein entweder oder.
Dana: Aber vielleicht bei der nächsten Frage. Pass auf. Ersten Prozess fixen oder direkt automatisieren?
Dominik: Klar, zuerst Prozess fixen.
Dana: Sehr gut. Standardlösung oder Marke Eigenbau?
Dominik: Standardlösung. Aber im KI-Zeitalter würde ich sogar Eigenbau vorsehen.
Dana: Warum?
Dominik: Das wechselt sich gerade, weil Standardlösungen einfach noch nicht so weit sind. Und wenn Standardlösungen, die immer ein sehr spezifisches Problem lösen. Für mich aber, wie ich eben schon erwähnt habe, KI so ein Befähiger ist für Teams, was immer sehr individuelle Probleme sind.
Und die kann das Team am besten selbst bauen, weil nur das Team weiß, was wirklich das Problem ist. Und deswegen würde ich in dem ganzen KI-Thema momentan noch sagen, Marke Eigenbau. Weil wir da den größten Mehrwert generieren können. Sehr spannend.
Dana: So, meine letzte Frage in der Entweder-oder-Klartext-Check-Challenge. Du als ehemaliger People Lead. Was würdest du sagen? Top-down starten oder aus dem Team heraus machen?
Dominik: Leider auch schon wieder Berater-Antwort.
Also es kommt darauf an. Top-down kann funktionieren, aber setzt halt Transparenz und Vertrauen voraus. Wenn das nicht gegeben ist, ist es einfach schwierig umzusetzen.
Ähnlich ist es aus dem Team heraus. Wenn da kein Vertrauen da ist, ist es schwierig. Deswegen, es kommt darauf an.
Es gibt Sachen, die besser top-down funktionieren. Es gibt Sachen, die funktionieren besser aus dem Team heraus. Da muss man für sich die beste Lösung, so diesen Sweet-Spot, rausfinden.
Dana: Sehr gut, Dominik. Eine super tolle Antwort zum Schluss. Sehr diplomatisch.
Prima. Das war ein total interessanter Klartext-Check. Danke dir für deine Offenheit.
Wir sind am Ende unserer heutigen Folge. Und es hat, muss ich sagen, echt wieder richtig viel Spaß gemacht.
Dominik: Mir auch.
Vielen Dank.
Valeria: Kann ich unterstreichen. Ja, vielen Dank, Dominik, dass du dir heute die Zeit für uns genommen hast und dein Arbeitsalltag und dein Change, Merger, alles Mögliche mit uns geteilt hast.
Dominik: Gerne. Prima.
Dana: Vielleicht bis zum nächsten Mal, Dominik.
Du hast noch sicherlich viel zu erzählen.
Valeria: Wenn ihr da draußen jetzt auch Lust bekommen habt, mehr über CGI als Arbeitgeber zu erfahren, dann schaut gerne auf unserer Karriere-Webseite vorbei oder folgt uns auf LinkedIn oder Instagram.
Und natürlich wie immer, abonniert unseren Podcast, damit ihr keine Folge mehr verpasst und lasst gerne auch eine Sternebewertung da.