Mehr als 300 Applikationen wurden auf ihre Wiederherstellbarkeit geprüft und im Zusammenspiel getestet.
Das Business Continuity Management (BCM) soll sicherstellen, dass kritische Geschäftsprozesse auch bei Störungen weiterlaufen oder im Ernstfall schnell wieder aufgenommen werden können. Dabei spielt die IT die zentrale Rolle, denn Prozesse wie Bestellung, Fertigung und Abwicklung sind heute von zahlreichen Anwendungen abhängig, die eng miteinander verzahnt sind.
Bei einem Störfall reicht es daher nicht aus, nur einzelne Anwendungen wiederherzustellen. Entscheidend ist vielmehr, dass alle für einen kritischen Geschäftsprozess benötigten Anwendungen rechtzeitig wieder verfügbar sind und im Zusammenspiel funktionieren. Genau hier müssen die Strategien für Business Continuity und Disaster Recovery aufeinander abgestimmt sein.
Vor dieser Herausforderung stand ein globaler Tiernahrungshersteller. Das Unternehmen wollte innerhalb von 24 Monaten systematisch überprüfen, wie gut sich die Anwendungen, die für seine kritischen Geschäftsprozesse relevant sind, nach einer Störung tatsächlich wiederherstellen lassen.
Der Aufgabenumfang war beträchtlich: Mehr als 300 Anwendungen und ihre Abhängigkeiten mussten untersucht werden. Dabei sollte nicht nur bewertet werden, ob geeignete Wiederherstellungsstrategien vorhanden sind, das Unternehmen wollte auch wissen, ob diese in der Praxis funktionieren, um mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Dafür galt es zunächst, alle kritischen Geschäftsprozesse mit den dafür benötigten Anwendungen und deren Abhängigkeiten systematisch zu erfassen, anschließend die Wiederherstellungsstrategien zu bewerten und sie in End-to-End-Tests in der Praxis zu überprüfen.
Das Vorgehen
Kritische Prozesse End-to-End getestet
CGI stellte ein Team aus Anwendungsexperten zusammen, die die umfangreiche Bewertung und die geplanten Tests umsetzen sollten. Der erste Schritt war die Erfassung der kritischen Geschäftsprozesse und aller Anwendungen, die für deren reibungslosen Ablauf benötigt werden. Auf dieser Basis bewerteten die Experten die Wiederherstellungsfähigkeit von mehr als 300 Anwendungen und prüften die dafür vorgesehenen Strategien.
Wir verwendeten bewährte Verfahren aus dem Disaster Recovery, identifizierten Schwachstellen und entwickelten konkrete Maßnahmen, um sie zu beheben. Gleichzeitig implementierten wir Prozesse, mit denen sich die Wiederherstellungsfähigkeit der Anwendungen regelmäßig überprüfen und auf aktuellen Stand halten lässt.
Unser Vorgehen berücksichtigte sowohl die geschäftliche als auch die technische Perspektive. Zunächst ermittelten wir, welche Geschäftsprozesse besonders kritisch sind und welche Anwendungen dafür benötigen werden. Anschließend überprüften wir, wie zuverlässig sich diese Anwendungen nach einer Störung wiederherstellen lassen.
Entscheidend waren aber die gemeinsam mit dem Kunden durchgeführten End-to-End-Tests. Sie zeigten, ob die vorgesehenen Wiederherstellungsstrategien im Ernstfall greifen und die Anwendungen im Zusammenspiel funktionieren. Dafür wurden nicht nur einzelne Systeme betrachtet, sondern die vollständigen Anwendungsketten innerhalb der relevanten Bestell-, Fertigungs- und Abwicklungsprozesse. So wurde sichtbar, ob sich nach einer Störung auch die davon abhängigen Geschäftsprozesse zuverlässig wieder aufnehmen lassen.
Die Ergebnisse
Mehr Sicherheit für kritische Geschäftsprozesse
Unser Kunde verfügt heute über ein klares Bild davon, welche Anwendungen für seine kritischen Geschäftsprozesse relevant sind und wie gut diese nach einer Störung wiederhergestellt werden können. So kann er die technische Vorsorge gezielter an den Anforderungen des Geschäftsbetriebs ausrichten.
Unsere Analyse deckte Schwachstellen auf und lieferte konkrete Maßnahmen zu deren Behebung. Weiterhin sorgten etablierte Prüf- und Pflegeprozesse dafür, dass unser Kunde den erreichten Standard kontinuierlich überprüfen und weiterentwickeln kann.
Erfolgreiche End-to-End-Tests bestätigten schließlich, dass die vorgesehenen Strategien nicht nur für einzelne Anwendungen funktionieren, sondern auch deren Zusammenspiel berücksichtigen müssen. Das Unternehmen verfügt damit über eine belastbarere Grundlage, um Risiken für kritische Geschäftsprozesse frühzeitig zu erkennen und die Wiederherstellung im Störungsfall gezielt vorzubereiten.